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Positiv zu sehen an der Bankingtheorie ist die
Forderung, die die Banking-
theoretiker vertraten, „daß sich die
Geldmenge nach den Bedürfnissen der Wirtschaft richtet und damit eine
elastische Handhabung der Notenausgabe ermöglicht
wird.“[7] Hat die Wirtschaft
einen sehr hohen Kreditbedarf, so steigt automatisch die Geldmenge, hat sie
jedoch einen eher niedrigen Kreditbedarf, so sinkt die Geldmenge. Das sorgt
dafür, daß nie zuviel Geld im Umlauf ist und die Gefahr einer
Inflation sehr gering gehalten wird. Zu einer Inflation kommt es immer dann,
„wenn die Geldmenge in einer Volkswirtschaft schneller zunimmt als die
Gütermenge, die verkauft werden
kann.“[8] Dies kann bei der
Bankingtheorie nicht passieren, da die Geldmenge nur steigt,
wenn Handelswechsel von der Wirtschaft an die Notenbank
verkauft wer-
den, da ein Kapitalbedarf, z.B. zum Kauf von neuen
Produktionsanlagen zur
Steigerung der Produktionsmenge, besteht. Weiterhin ist
bei der
Bankingtheorie positiv zu sehen, „daß der
Umfang der Wechseldiskon-tierung, das heißt die Anzahl der Wechsel, die
die Notenbank ankauft und dafür Papiergeld in Umlauf bringt, ein Merkmal
für die wirtschaftliche Lage ist. Eine Notenausgabe aufgrund angekaufter
Handelswechsel ist weniger bedenklich für die Aufrechterhaltung des
Preisniveaus, als andere Arten der
Banknotenausgabe.“[9] Als
Aufrechterhaltung des Preisniveaus bezeichnet man „die Konstanthaltung des
gemessenen Durchschnittstandes aller wichtigen Preise in der Volkswirtschaft.
Steigen einzelne Preise an, so müssen diese Preissteigerungen durch
Preissenkungen an anderer Stelle ausgeglichen werden, um das Preisniveau
konstant zu halten.“[10]
Negativ zu sehen an der Bankingtheorie ist der Aspekt,
daß nicht beachtet wird, „daß ein erhöhter oder
verminderter Kreditbedarf der Wirtschaft bereits die Folge einer Inflation oder
einer Deflation sein kann. Selbst bei gleichbleibendem Handelsvolumen wird sich
bei steigenden oder sinkenden Preisen der Kreditbedarf
ändern.“[11] Das
bedeutet, daß es bereits bei einer leichten Inflation zu einem
erhöhten Kreditbedarf der Wirtschaft kommen kann, da bei einer Inflation
die Preise, aus Gründen von z.B. einer Güterknappheit, steigen und die
Wirtschaft immer mehr Geld benötigt. Umgekehrt kann ein verminderter
Kreditbedarf bereits ein Anzeichen für eine leichte Deflation sein, da bei
einer Deflation die Preise, aus Gründen von z.B. einem
Güterüberangebot, sinken und die Wirtschaft deshalb relativ wenig Geld
benötigt. Ein weiterer negativer Aspekt der Bankingtheorie ist die
Nichtbeachtung der Kreditbedingungen, „die einen entscheidenden
Einfluß auf die Nachfrage nach Kredit und damit auf die Geldmenge
haben.“[12] Eine
große Rolle bei den Kreditbedingungen spielt der Zinssatz (Diskont), den
die Notenbank festsetzt. „Der Diskontsatz ist der Zinsabzug beim Ankauf
von Wechseln für die Zeit vom Verkaufstag des Wechsels bis zum
Fälligkeitstag. Der Verkäufer des Wechsels erhält die um die
Zinsen verkürzte Wechselsumme
ausgezahlt.“[13] Das bedeutet,
daß bei einem sehr niedrigen Diskontsatz die Kreditnachfrage sehr hoch
ist, da sich durch den niedrigen Zinsabzug die ausgezahlte Wechselsumme nur
wenig verringert. Die hohe Kreditnachfrage sorgt dann für eine starke
Erhöhung der sich im Umlauf befindenden Geldmenge. Als dritter negativer
Aspekt der Bankingtheorie ist zu erwähnen, daß nicht beachtet wird,
„daß nicht jeder von der Wirtschaft an die Notenbank verkaufte
Handelswechsel zur Steigerung der Produktivität verkauft
wurde.“[14] Wichtig zu
beachten wäre hierbei gewesen, daß die Banknoten, die von der
Notenbank für den Ankauf von Wechseln, ausgegeben werden, bis zur Tilgung
des Wechsels im Umlauf sind. „Bei einer hohen Anzahl von Wechseln, die die
Notenbank ankauft, kann eine inflatorische Erscheinung auftreten, da sich die
Umlauf befindende Geldmenge stark
erhöht.“[15]
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